Ursprünglich veröffentlicht auf Netzwelt am 4. September 2026.
Auf der IFA 2026 wurde der neue InfiMaker K1 mit dem Netzwelt Innovation Award 2026 ausgezeichnet. Wir zeigen euch, was die kompakte fünfachsige CNC-Fräse zu bieten hat.
- Der neue InfiMaker K1 bringt simultane Fünf-Achs-CNC-Bearbeitung auf Werkbank-Größe.
- Die Maschine bearbeitet unter anderem Edelstahl, Titanlegierungen, Aluminium, Holz und Kunststoffe.
- Auf Kickstarter kostet das All in one Bundle aktuell 5.180 Euro.
Fünf Achsen, automatischer Werkzeugwechsel und selbst die Bearbeitung von Edelstahl oder Titanlegierungen: Was nach einer großen Industrieanlage klingt, bringt InfiMaker mit dem K1 in ein deutlich kompakteres Format. Auf der IFA 2026 zeigt der Hersteller eine CNC-Fräse, die für den Einsatz auf der Werkbank konzipiert wurde.
Der InfiMaker K1 richtet sich vor allem an Ingenieure, Industriedesigner und erfahrene Maker, die Prototypen oder kleinere Stückzahlen selbst fertigen möchten. Vom 4. bis 8. September könnt ihr euch die Maschine auf der IFA in Berlin in Halle 5.2 am Stand H5.2-305 ansehen.
- Simultane Fünf-Achs-Bearbeitung
- Automatischer Werkzeugwechsler mit sechs Plätzen
- 1.500-Watt-Spindel mit bis zu 20.000 U/min
InfiMaker K1 is now live on Kickstarter.
Back the campaign today to secure Super Early Bird pricing and save up to 44%.
Back K1 on Kickstarter →Auf Kickstarter bekommt ihr das InfiMaker K1 All in one Bundle aktuell im limitierten Super-Early-Bird-Angebot für 5.180 Euro. Als regulären Preis nennt InfiMaker 7.415 Euro, womit ihr derzeit 2.235 Euro beziehungsweise rund 30 Prozent spart. Die Preisstufe ist allerdings limitiert und kann sich kurzfristig ändern.
Warum fünf Achsen einen großen Unterschied machen
CNC steht für "Computerized Numerical Control". Vereinfacht gesagt steuert dabei ein Computer die Bewegungen einer Werkzeugmaschine. Statt ein Werkstück per Hand zu bearbeiten, folgt die Fräse zuvor festgelegten Werkzeugwegen und trägt an den gewünschten Stellen Material ab.
Der InfiMaker K1 arbeitet mit fünf gleichzeitig koordinierten Achsen. Drei davon übernehmen die linearen Bewegungen, hinzukommen zwei Drehachsen. Dadurch kann die Maschine ein Werkstück aus unterschiedlichen Winkeln bearbeiten und auch komplexere Rundungen, schräge Flächen oder Hinterschneidungen fertigen.
Der entscheidende Vorteil liegt darin, dass das Bauteil dafür nicht nach jedem Arbeitsschritt herausgenommen und von Hand neu positioniert werden muss. Werden mehrere Seiten eines Werkstücks nacheinander bearbeitet, kann dafür ein erneutes Einspannen erforderlich sein. Jedes erneute Einspannen bedeutet allerdings zusätzlichen Aufwand. Außerdem muss das Werkstück anschließend wieder möglichst exakt ausgerichtet werden. Bereits kleine Abweichungen können sich auf die folgenden Bearbeitungsschritte auswirken.
Beim K1 sollen dagegen alle fünf Achsen während der Bearbeitung koordiniert zusammenarbeiten. InfiMaker bezeichnet das als simultane Fünf-Achs-Bearbeitung. Mehrere Seiten eines Bauteils können so innerhalb einer Aufspannung bearbeitet werden. Gerade bei komplexeren Formen reduziert das die Zahl der Arbeitsschritte rund um die eigentliche Fräsarbeit.
Von Holz bis Edelstahl und Titan
Bei den Materialien ist die Maschine breit aufgestellt. Bearbeiten lassen sich laut Hersteller unter anderem Aluminium, Messing, Kupfer, Edelstahl und Titanlegierungen. Daneben unterstützt der K1 Holz, Acryl, Wachs, technische Kunststoffe und Verbundmaterialien.
Damit ist die Maschine nicht ausschließlich für Metallarbeiten gedacht. Je nach Projekt können unterschiedliche Werkstoffe auf derselben CNC-Fräse bearbeitet werden. Als mögliche Einsatzgebiete nennt InfiMaker unter anderem funktionale Prototypen, mechanische Einzelteile und kleinere Produktionsserien von Bauteilen.
Der Arbeitsbereich für die Fünf-Achs-Bearbeitung beträgt 120 x 120 x 120 Millimeter. Große Werkstücke sind damit nicht das Einsatzgebiet des K1. Stattdessen soll die Maschine entsprechende Fertigungsmöglichkeiten in ein Format bringen, das auf einer Werkbank und damit auch in kleineren Arbeitsumgebungen Platz findet.
InfiMaker nennt dafür neben Werkstätten unter anderem Studios und entsprechend ausgestattete Heimlabore. Der kompakte Aufbau soll vor allem dort interessant sein, wo komplexere Bauteile selbst gefertigt werden sollen, aber kein Platz für deutlich größere Maschinen vorhanden ist.
Sechs Werkzeuge wechseln automatisch
Bei aufwendigeren CNC-Projekten reicht häufig nicht ein einzelner Fräser aus. Für unterschiedliche Arbeitsschritte können verschiedene Werkzeuge erforderlich sein. Genau hier kommt ein weiteres Ausstattungsmerkmal des K1 ins Spiel: Die Maschine besitzt einen automatischen Werkzeugwechsler mit sechs Plätzen.
Ein entsprechend vorbereiteter Auftrag kann damit mehrere Bearbeitungsschritte umfassen, zwischen denen die Maschine das benötigte Werkzeug automatisch wechselt. Der Anwender muss den Prozess dadurch nicht nach jedem einzelnen Schritt unterbrechen, um einen anderen Fräser einzusetzen. Hinzu kommt eine automatische Vermessung beziehungsweise Abtastung. Sie soll zusammen mit dem Werkzeugwechsler dazu beitragen, mehrstufige Bearbeitungsprozesse mit möglichst wenig manuellen Eingriffen durchzuführen.
Auch die Beweglichkeit der beiden Drehachsen spielt dabei eine Rolle. Die B-Achse deckt laut Hersteller einen Bereich von -30 bis +110 Grad ab. Die C-Achse lässt sich vollständig um 360 Grad drehen. Dadurch kann die Maschine verschiedene Bereiche eines eingespannten Werkstücks erreichen, ohne dass dieses für jeden neuen Winkel von Hand umgesetzt werden muss.
Für den eigentlichen Materialabtrag setzt InfiMaker auf eine Spindel mit 1.500 Watt Leistung. Sie erreicht Drehzahlen von bis zu 20.000 Umdrehungen pro Minute. Hardware, Werkzeugwechsler und die fünf koordinierten Achsen sollen so gemeinsam auch komplexere mehrstufige Arbeiten ermöglichen.
Wiederholgenauigkeit von 0,01 Millimetern
Bei einer CNC-Fräse ist neben der reinen Leistung entscheidend, wie zuverlässig sie vorgegebene Positionen erneut anfahren kann. InfiMaker gibt für den K1 deshalb eine Wiederholgenauigkeit von 0,01 Millimetern an. Dabei handelt es sich allerdings ausdrücklich um einen unter kontrollierten Laborbedingungen ermittelten Wert. Die tatsächlichen Ergebnisse können je nach verwendetem Material, Einspannmethode, Werkzeugweg und weiteren Faktoren davon abweichen.
Gerade bei Prototypen oder mehreren Exemplaren desselben Bauteils ist eine möglichst hohe Wiederholgenauigkeit wichtig. Die Maschine soll schließlich nicht nur einmal eine bestimmte Position erreichen, sondern dieselben Bewegungen bei weiteren Bearbeitungsschritten möglichst reproduzierbar ausführen.
Die Angabe sagt deshalb nicht automatisch aus, dass jedes mit dem K1 gefertigte Bauteil unabhängig vom Projekt eine Abweichung von höchstens 0,01 Millimetern besitzt. Sie beschreibt vielmehr die unter den genannten Laborbedingungen ermittelte Wiederholbarkeit der Maschine.
Die Software übernimmt einen Teil der Vorbereitung
Eine leistungsfähige CNC-Fräse allein reicht für die Fertigung allerdings nicht aus. Noch bevor das erste Material abgetragen wird, müssen das gewünschte Bauteil, die einzelnen Bearbeitungsschritte und die Wege der eingesetzten Werkzeuge vorbereitet werden.
Dafür entwickelt InfiMaker die eigene Software InfiStudio. Sie kombiniert CAM- und Maschinensteuerungsfunktionen und integriert unter anderem die automatische Vermessung und Kalibrierung sowie die Echtzeitsteuerung der Maschinenbewegungen. Auch RTCP, eine Steuerung, bei der die Werkzeugposition bei Bewegungen der Rotationsachsen berücksichtigt wird, gehört laut InfiMaker zum System.
Eine zentrale Rolle soll zudem die als "CNC Agent" bezeichnete KI-Werkzeugkette übernehmen. Ausgangspunkt ist dabei ein bereits vorhandenes und in InfiStudio importiertes 3D-Modell. Auf dessen Basis automatisiert der KI-Workflow unter anderem die Erstellung der Werkzeugwege, die Einspannlogik, RTCP sowie die Generierung des benötigten G-Codes. InfiMaker möchte damit einen Teil der Arbeit automatisieren, die normalerweise bereits vor dem Start einer CNC-Fräse anfällt.
Die Software soll allerdings nicht aus einem kompletten Anfänger über Nacht einen CNC-Spezialisten machen. Der Hersteller positioniert den K1 ausdrücklich für professionelle und semiprofessionelle Anwender sowie erfahrene Nutzer. Der CNC Agent soll vielmehr die Einstiegshürde bei den komplexen Softwareabläufen reduzieren und Arbeitsschritte übernehmen, für die normalerweise spezielles Know-how erforderlich ist.
Damit richtet sich das Konzept vor allem an Nutzer, die bereits über ein entsprechendes 3D-Modell verfügen, aber weniger Zeit mit der Prozessvorbereitung und der Erstellung der Werkzeugwege verbringen wollen.
Hardware und Software sollen zusammenspielen
Dass InfiMaker Hard- und Software nicht getrennt voneinander betrachtet, betont auch Mitgründer und CEO Bowen Xie:
"Jedes Mal, wenn ein Bauteil neu eingespannt wird, entsteht zusätzlicher Aufwand und das Risiko, Ausrichtungsfehler einzubringen. Das ist einer der Gründe, warum wir den K1 auf eine automatische Einrichtung und mehrseitige Bearbeitung ausgelegt haben. InfiStudio erstellt die Werkzeugwege, aber die Maschine muss dennoch stabil und leistungsstark genug sein, um das Design umzusetzen. Durch das Zusammenspiel dieser beiden Faktoren kann sich der Anwender auf das Gestalten konzentrieren."
Bowen Xie - Mitgründer und CEO von InfiMaker
CTO und Mitgründer LJ Xiang hebt ebenfalls die Bedeutung der Software hervor:
"Die Besucher unserer Launch-Veranstaltung sprachen über persönliche Projekte, Prototypen und Unternehmen, die sie rund um den K1 aufbauen könnten. Das hat noch einmal gezeigt, wie wichtig die Software ist. Die Hardware kann Materialien von Holz bis hin zu Stahl und Titanlegierungen schneiden, aber wir müssen die Software weiter verbessern, damit die Nutzer diese Möglichkeiten nutzen können, um die Designs zu erstellen, die sie tatsächlich wollen."
LJ Xiang - CTO und Mitgründer von InfiMaker
Für Prototypen und kleine Produktionsserien
Ein zentrales Einsatzgebiet des K1 ist das Rapid Prototyping. Dabei geht es darum, einen Entwurf möglichst schnell in ein reales Bauteil zu verwandeln, dieses zu überprüfen und bei Bedarf eine überarbeitete Version anzufertigen.
Ingenieure und Industriedesigner können entsprechende Bauteile mit dem K1 direkt in der eigenen Werkstatt beziehungsweise im Studio bearbeiten. Gerade bei mehreren Entwicklungsstufen kann das interessant sein, weil zwischen digitalem Entwurf und physischem Prototyp weniger externe Arbeitsschritte liegen.
Neben Einzelstücken sieht InfiMaker auch kleinere Produktionsserien als Einsatzgebiet. Durch den automatischen Werkzeugwechsel, die automatische Vermessung und die Bearbeitung mehrerer Seiten innerhalb einer Aufspannung soll die Maschine auch mehrstufige Aufgaben mit vergleichsweise wenig manuellem Eingreifen erledigen können. Funktionen aus der professionellen Fertigungstechnik sollen damit in einem kompakteren Format für kleinere Werkstätten, Studios und fortgeschrittene Nutzer verfügbar werden.
Preis, Verfügbarkeit und Auslieferung
Auf Kickstarter ist der InfiMaker K1 aktuell im limitierten Super-Early-Bird-Angebot als "K1 All in one Bundle" für 5.180 Euro erhältlich. Als regulären Preis nennt InfiMaker 7.415 Euro, womit ihr derzeit 2.235 Euro beziehungsweise rund 30 Prozent spart. Die Anzahl der Super-Early-Bird-Pakete ist allerdings begrenzt, weshalb der Preis in Zukunft steigen kann.
Die Auslieferung soll im Dezember 2026 beginnen. Zusätzliche Versandkosten werden nach Ende der Kickstarter-Kampagne über eine Umfrage erhoben. Wer sich vor einer Bestellung zunächst selbst ein Bild von der Maschine machen möchte, bekommt dazu auf der IFA 2026 Gelegenheit. InfiMaker stellt den K1 vom 4. bis 8. September in Halle 5.2 am Stand H5.2-305 aus.
Mit fünf simultan gesteuerten Achsen, automatischem Werkzeugwechsel und der Möglichkeit, neben Holz und Kunststoffen auch Edelstahl und Titanlegierungen zu bearbeiten, gehört der K1 dabei zu den ungewöhnlicheren Geräten auf der Messe. Damit konnte sich die CNC-Fräse auf der diesjährigen IFA auch den "Netzwelt Innovation Award 2026" sichern. InfiMaker zeigt damit, wie sich komplexe Fertigungstechnik für Prototypen und kleine Produktionsserien auf Werkbank-Größe bringen lässt.